Vor Allem Arbeitslose

Statt der anvisierten 8,5 Prozent bleiben noch immer 13,8 Prozent der Jugendlichen ohne Berufsabschluss. Jugendliche ohne Schulabschluss: statt der angestrebten 4,0 Prozent haben immer noch 5,9 der Jugendlichen keinen Schulabschluss. Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren: Statt der anvisierten 35 Prozent steht nur für 32,9 Prozent dieser Kinder ein Krippenplatz zur Verfügung. In den westlichen Bundesländern liegt diese Quote bei nur 28,2 Prozent. Investitionen: Deutschland investiert weniger als versprochen in sein Bildungswesen. Der Anteil der Ausgaben für Bildung und Forschung an der Wirtschaftskraft des Landes (BIP) liegt mit 9,1 Prozent deutlich unterhalb der angestrebten 10 Prozent-Marke. Es fehlen pro Jahr 27,2 Milliarden Euro, um diese Zielmarke zu erreichen. Lediglich bei der Weiterbildungsbeteiligung und den Studienanfängern wurden die Ziele erreicht. Aber: Vor allem Arbeitslose, Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Menschen mit Migrationshintergrund bleiben bei der Weiterbildung unterrepräsentiert. An den Hochschulen kommen 52 Prozent der Studierenden aus Familien, in denen mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss hat, aber nur 25 Prozent aus Familien, in denen mindestens ein Elternteil eine Ausbildung abgeschlossen hat. Studie Klaus Klemm: Bildungsgipfel-Bilanz. Neben Lehrern bräuchten die Schulen auch Sozialpädagogen, Dolmetscher und Therapeuten, so Kraus weiter. Derzeit werde viel durch ehrenamtliches Engagement aufgefangen: „Jede Schule improvisiert vor sich hin.“ Wenn es neue Brückenklassen gebe, dann dürften nicht die Lehrkräfte aus normalen Klassen abgezogen werden. Kraus sieht viele Schulen derzeit überfordert, auch wenn diese es nicht zugeben wollten. Sabine Frey, Lehrerin in Baden-Württemberg, weiß von Kollegen an anderen Schulen, die Probleme mit der aktuellen Situation haben. An Freys Schule, einer Werkrealschule, die zum Hauptschulabschluss oder zur Mittleren Reife führe, sei die Situation gut. Dort kommen die Schüler jeweils in normale Klassen, werden aber in der Woche insgesamt bis zu sieben Stunden extra von ihr in Deutsch unterrichtet. Frey. Seit mehr als einem Jahr macht sie nun den Job. Ihre Erfahrung: Nach etwa einem halben Jahr können die Schüler sich verständigen. Der Vorteil: Sie sind in sehr kleinen Gruppen, Fehler kann die Lehrerin sofort korrigieren. Die Schülerin Selam in einer Schulklasse in Aachen, in der Flüchtlingskinder ohne Deutschkenntnisse auf den Regelunterricht vorbereitet werden. Doch viele ihrer Kollegen fühlen sich laut Umfragen schlecht vorbereitet auf die wachsende Zahl von Flüchtlingskindern. Die Skepsis, „das zu schaffen“, ist groß.

Mit dem zweiten nationalen Bildungsbericht liegt eine umfassende empirische Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens vor. Analysiert wurde das gesamte institutionelle Gefüge des Bildungswesens von der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung über das allgemein bildende Schulwesen, die berufliche Ausbildung und die Hochschulbildung bis hin zur Weiterbildung im Erwachsenenalter. Die Ergebnisse des Bildungsberichts unterstreichen erneut, wie notwendig es ist, Bildungschancen für alle unabhängig von der sozialen Herkunft zu schaffen und jedem die Möglichkeit zum Aufstieg durch Bildung zu geben. Die Ergebnisse des Berichtes werden am 23. Juni 2008 im Rahmen einer Fachtagung erläutert. Das nachfolgende Dossier, das nach der Tagung aktualisiert wird, enthält die Dokumente zum Bildungsbericht, Stellungnahmen und Pressemitteilungen, Interviews und Veröffentlichungen in der Presse sowie Fernseh- und Rundfunkbeiträge. Bildung in Deutschland 2008. Pressemitteilung. Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. Grüne und Linke fordern Auflösung der Hauptschulen. Das deutsche Bildungssystem macht nicht mehr mobil! Interview mit Bundesministerin Annette Schavan. Interview mit Bildungspolitikerin Renate Schmidt (SPD). Interview mit Ex-Ministerin Edelgard Bulmahn. Interview mit Professor Achim von Keudell, Ruhr-Universität Bochum. Interview mit Helmut Deckert, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung Hessen. Interview mit Norbert Röttgen. Interview mit Ludwig Eckinger. Interview mit GEW-Vizechefin Marianne Demmer. Interview mit dem Soziologen Müller-Benedict. Interview mit Heike Solga vom Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin. 80 Milliarden Euro für die Bildung? Bildungs-Soli statt Aufbau Ost? Ihr Kommentar zu diesem Beitrag. Dieser Beitrag wurde bisher nicht kommentiert. Weitere Beiträge im Archiv. Innovation arbeitet journalistisch frei und unabhängig.

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Gutachten für die Hans Böckler Stiftung insgesamt einen Ausgabenbedarf von zusätzlichen 40 Milliarden Euro. Auf eine Anfrage im Deutschen Bundestag hatte die Regierung im Januar 2009 angegeben, sie beziehe sich auf die nationalen Zahlen, mithin 6,3 Prozent in 2005. Notwendig wäre also eine Erhöhung von rund 16 Milliarden Euro. Damit war die erste Korrektur des ambitionierten Ziels vollzogen. Nun hatten die Länder und der Bund bis zum nächsten „Bildungsgipfel“ im Herbst 2009 Zeit, sich auf eine Ausgestaltung der Ziele des ersten „Bildungsgipfels“ zu einigen. Besondere Kreativität bei der Behebung der Finanzmisere im Rahmen der „Qualifizierungsinitiative“ zeigten die Landesfinanzministerinnen und -minister. In einer Projektion der Zentralen Datenstelle der Landesfinanzminister (ZDL) vom Sommer 2009 vermeldeten sie in den internen Verhandlungen zwischen Bund und Ländern, die zehn Prozent seien eigentlich bereits erreicht. Im Beratungsergebnis der Finanzministerkonferenz vom September 2009 wird deutlich, wie diese erstaunliche Ausgabenvermehrung funktionierte: Die Landesfinanzministerinnen und -minister rechnen mit Geld, das nicht zusätzlich ausgegeben werden muss. Es geht um die Konstruktion bestehender „Ausgaben“, die dem Bildungsbereich neu zugeordnet werden könnten.

Kulturelle Bildung ermöglicht Kindern und Jugendlichen, künstlerische und ästhetische Erfahrungen zu machen, eigene Begabungen, Interessen und Ausdrucksformen zu entdecken und ihre Wahrnehmungs- und Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern. Dies gelingt nur durch die Schaffung und nachhaltige Förderung vielfältiger künstlerischer und kultureller Angebote und Strukturen, die die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure dauerhaft sichert. Die Kooperation der verantwortlichen Institutionen und Organisationen bildet dabei die Grundlage für ein kohärentes Gesamtkonzept für kulturelle Bildung im kommunalen Raum. Die Landesregierung unterstützt den Aufbau von Strukturen auf kommunaler Ebene und fördert Städte, Gemeinden und kommunale Verbünde, die planvoll an der Qualität ihrer kulturellen Bildungslandschaft arbeiten durch die Auszeichnung und die Konzeptförderung Kommunale Gesamtkonzepte für Kulturelle Bildung. Ziel ist, allen Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten zu eröffnen, Kunst und Kultur zu begegnen und Interesse an der Vielfalt des kulturellen Lebens zu entwickeln. Die kommunalen Gesamtkonzepte sollen ein abgestimmtes und gemeinsames Vorgehen von Politik und Verwaltung in Kultur und Bildung nachvollziehbar darstellen. Mit dem Modell der praxisintegrierten Ausbildung (PIA) zählt Baden-Württemberg in der frühkindlichen Bildung zu den Vorreitern in Deutschland. „Dieses Ausbildungsmodell ist der Schlüssel dafür, den steigenden Personalbedarf in den Kitas erfüllen zu können. Doch nicht alle Bewerberinnen und Bewerber können eine Erzieherausbildung beginnen, da nicht genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Wir wollen deshalb gezielt Anreize für die Einrichtungsträger schaffen, um zusätzliche Ausbildungsplätze zu gewinnen“, sagt Susanne Eisenmann. „Inklusion fängt nicht erst in der Schule an. Der Inklusionsgedanke ist ein Grundprinzip in den Kitas. Um die Einrichtungen stärker bei der Inklusion zu unterstützen, wollen wir mobile Fachdienste und Qualitätsbegleiter einsetzen“, so Eisenmann. Diese sollen die Einrichtungen hinsichtlich ihrer inklusiven Konzeption und bei sonstigen Fragen beraten und unterstützen, aber auch das Personal weiterqualifizieren. Die konzeptionellen Überlegungen sehen vor, dieses Unterstützungssystem in allen Stadt- und Landkreisen einzurichten. Der Einstieg soll über eine Modellphase mit anschließender Evaluation erfolgen. Es gehe hier nicht darum, Doppelstrukturen aufzubauen, sondern darum, eine sinnvolle Ergänzung zu erproben, so Eisenmann.

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